Was ist eigentlich Vater-Kind-Zelten?
Kurz gesagt:
Ein langes Wochenende, Pfälzer Wald, Zelt, Lagerfeuer, Action und ganz viel Vater-Kind-Zeit.
Was 1983 im kleinen Kreis angefangen hat, ist heute ein echtes Highlight im Familienkalender rund um Schifferstadt. Zwischenzeitlich waren über 500 Camper dabei.
Traditionell geht’s an Fronleichnam in die Südpfalz – in den letzten Jahren nach Annweiler am Trifels. Früher wurde der ganze Pfälzerwald unsicher gemacht: Waldhambach, Dahn, Trippstadt, Donnersberg, Winnweiler, Haustein – mir waren quasi auf Tournee.
Organisiert wird das Ganze von VKZ-Orga-Team der Kolpingsfamilie Schifferstadt – inzwischen seit vielen Jahren gemeinsam mit dem Förderverein „Kita Dörfelnest“. Ein eingespieltes Team mit ordentlich Herzblut.
Warum das Ganze?
Weil Familie net nur im Alltag stattfinden soll.
Weil Väter mit ihren Kindern Zeit brauchen, die anders ist.
Und weil’s einfach guttut, mal rauszukommen.
Hier geht’s nicht um Perfektion, sondern ums Miteinander.
Viele Papas sind „Wiederholungstäter“ – manche Jahr für Jahr, andere mit kleiner Pause. Und durch die legendäre Mundpropaganda („Papa, do geh mer widder hiiii!“) kommen auch immer neue dazu.
Besonders familienfreundlich: Bezahlt wird nur pro Vater – egal wie viele Kinder mitkommen. Also kein Rechne, kein Gezerre – einfach fair.
Vier Sterne Zeltlager – All Inclusive auf Pfälzisch (mit selber anpacken 😉)
Nur auf der Wiese schlafen? Von wegen.
Das Vater-Kind-Zelten ist eher ein Vier-Sterne-Zeltlager mit Vollpension.
🍞 Rund 5.000 Brötchen
🥛 120 Liter Milch
🍔 800 Hamburger in unter 30 Minuten
🍗 400 halbe Hähnchen
🍝 60–80 kg Nudeln
🥘 über 100 kg Gulasch
Und ja – wir haben eine eigens gebaute Nudelkochmaschine. Kein Witz.
Gekocht wird gemeinsam im großen Versorgungszelt. Vom Zwiebelschälen bis zum Abwasch läuft alles im Schichtbetrieb – Teamwork vom Feinsten. Die Tomatensoße kommt natürlich net aus der Tüte, sondern wird von einem echten Soßen-Profi zubereitet.
Ein Abend gehört traditionell der Hamburger-Fließbandproduktion. Brötchen unten, Fleisch, Belag, Deckel drauf – zack, nächster!
Und wenn der „Hühner Fred“ mit seinem Wagen anrollt, weiß jeder: Heut gibt’s Händl mit Pommes. Do laaft’s Wasser im Mund z’amme.
Getränkewagen? Selbstverständlich. Alkoholfrei für alle. Gerstensaft und Schorle für die Väter – alles in Maßen.
Ohne Schaffe geht’s net
So ein Lager stemmt sich net von allein.
Das Vater Kind Zelten ist ein Zelten von allen Papas für alle Papas.
Das Orga-Team plant im Vorfeld. Vor Ort packen dann alle mit an: Aufbau, Küche, Ausschank, Kinderbetreuung, Programm.
Aber keine Sorge. Der Aufwand hält sich sehr in Grenzen. Jeder Papa macht 2 mal eine Stunde Dienst und hilft beim Abbau am Sonntagvormittag. Es gibt einen Dienstplan – und bei der Einteilung da gilt ganz klar:
„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“
Die frühen Väter suchen sich die beliebtesten Schichten raus. Der Rest nimmt’s sportlich. Jede Stunde wechselt die Schicht – so bleibt genug Zeit für die eigenen Kids.
Und die älteren Jugendlichen helfen selbstverständlich kräftig mit. So lernt mer Verantwortung – ganz nebenbei.
Und was geht programmtechnisch?
Langweilig war’s noch nie. Es gab bisher (nicht jedes Jahr alles)
🏆 Duell um den Titel „Super Papa“ (inkl. Bierkrugheben)
🏹 Bogenschießen
⚽ Fußball
🎯 Cornhole-Turnier
🎤 Rap-Kurs
💦 Wasserrutsche
🏐 Volleyball
🧱 Kistenstapelklettern
🏅 Kinder-Lagerolympiade
🎸 Live-Gitarre am Lagerfeuer
🏊♂️ Besuch in den Schwimmbädern der Umgebung
Der Abschluss
Sonntagmorgen: Frühstück, Abschlussrunde mit Ehrungen, ordentliche Verabschiedung.
Dann heißt es: Gemeinschaftszelte abbauen und Utensilien einladen, Platz sauber machen, und zum Schluss das eigene Zelt einpacken und hääm.
Müde? Ja.
Dreckig? Vielleicht.
Glücklich? Auf jeden Fall!
Fazit
Das Vater-Kind-Zelten ist kein normales Zeltwochenende.
Es ist Gemeinschaft.
Es ist Abenteuer.
Es ist Pfälzer Herzblut und Offenheit für neue Freunde und Nicht-Pfälzer
Und Langeweile?
Die hat hier noch nie jemand gesehen.